Abschlussbericht
Dr. Peter Dell, Martin Theodor
Dorfmoderation Trippstadt
Ausgangslage und Zielsetzung
In der Gemeinde Trippstadt ist seit März 2007 ein Moderationsprozess gestartet worden, der die Erstellung des Dorferneuerungskonzeptes durch Bürgerbeteiligung ergänzen soll. Wichtig in diesem Prozess ist die Beteiligung der Trippstadt Bevölkerung. Da Kinder, Jugendliche und Erwachsene unterschiedliche Sichtweisen, Bedürfnisse und Ideen haben, war es sinnvoll, in getrennten Gruppen zu arbeiten. Der hier vorliegende Bericht fasst die Ergebnisse aller Arbeitgruppensitzungen zusammen und berücksichtigt Überschneidungen aus verschiedenen Arbeitsgruppen.
Wichtige Projekte aus den Arbeitsgruppen
In den Arbeitsgruppen „Dorfbild und Verkehr“, „Tourismus und Infrastruktur“, „Dorfgemeinschaft“, „Kinder“ und „Jugend“ sind insgesamt 38 Einzelmaßnahmen diskutiert worden (siehe Maßnahmenkataloge). Folgende Schwerpunktprojekte, die in den nächsten Jahren umgesetzt werden sollen, haben sich ergeben:
Neubau einer Kindertagesstätte
Dieses Projekt ist kein Ergebnis der Arbeitsgruppensitzungen, hat aber unmittelbare Auswirkungen auf die vorgeschlagenen Projekte, da diese sich in ihrer Priorität verschieben können.
Es ergab sich die Notwendigkeit, eine neue Kindertagesstätte zu errichten. Zurzeit wird ein geeigneter Standort für den neuen Kindergarten gesucht. Der geplante Kindergarten soll auf den neusten Stand gebracht werden, der allen gesetzlichen Bestimmungen entspricht.
Kreisel Kreuzung Haupt- und Kaiserslauterer Straße
Zur Entschärfung der Verkehrssituation im Bereich der Kreuzung Haupt- und Kaiserslauterer Straße soll ein Kreisel gebaut werden. Der Kreisel hätte den weiteren Vorteil, dass die Annexe „Heidenkopf“ angebunden werden könnte.
Es wird über den Ankauf eines Grundstücks verhandelt, das für die Umsetzung wichtig ist. Eine prinzipielle Diskussion um die Sinnhaftigkeit eines Kreisels wird z.Zt. geführt. Wenn die Vorgaben aus der AG berücksichtigt werden (siehe unten), dann spricht sich die AG für einen Kreisel aus, da die Lärmbelästigung durch eine Kreuzung deutlich schlimmer wären.
Wichtig bei der künftigen Planung ist, dass neu versiegeltes Gelände an anderer Stelle entsiegelt wird. Großzügiges Straßenbegleitgrün wäre wünschenswert. Das Hotel Schwan könnte einen Bürgersteig erhalten, der nicht so eng am Gästehaus entlang läuft. Wichtig ist, dass die Überquerungshilfen nicht direkt am Kreisel geplant werden, sondern ca. 8m davon entfernt. Auf eine Entschärfung der Gefahrenstelle „Heidenkopf-/Hauptstraße“ ist zu achten.
Gestaltung Ortsmitte/Rathausplatz
Eine Neugestaltung des Dorfplatzes wäre eine deutliche Aufwertung der Ortsmitte. Das Rathaus hat nach dem Um- und Anbau keinen Charme mehr, der in die Ortsmitte passt. Es ist zu überlegen, ob der historische Wert (ehemaliges Schulhaus) ausreicht, um das Gebäude als im Ortskern zu erhalten.
Zukünftiger Zweck des Platzes:
- · Kommunikation (Bürger und Gäste)
- ·Angenehmer Aufenthaltsraum in der Ortsmitte
- · Echter Dorfmittelpunkt
- · Aushängeschild für Trippstadt
- · Informationen (Tourismus, Dorfleben)
Die Universität KL hat gemeinsam mit der AG eine Animation erarbeitet, die den Ist- und Soll-Zustand zeigt. Die Animation soll den Bürgerinnen und Bürgern vorgestellt werden und einem zukünftigen Planer als Anhaltspunkt dienen.
- Im Rahmen der Neugestaltung sollten, wenn möglich, Kurzzeitparkplätze geschaffen werden (15 min.)
- Die Bushaltestelle soll vor die Tourist-Info verlagert werden, der Wendepunkt soll am Sportplatz sein (weitere Bushaltestelle in diesem Teil des Dorfes)
- Im vorderen Bereich des Platzes soll die Möglichkeit einer Bewirtung (Tische, Stühle) geboten sein
- Die Bänke sollen an die Kirchenmauer und unter die Linde mit Blick auf den Brunnen
- Die Pflanzkübel sollen eine künstliche Begrenzung zum Straßenverlauf darstellen
Parkplatz Johanniskreuz
Der dem Landkreis gehörende Parkplatz ist völlig unorganisiert (Parkplatzmanagement!). Der Parkplatz soll deswegen von der Gemeinde übernommen werden. Die Gemeinde kann den Parkplatz vom Landkreis bekommen. Es besteht dann zwar Verkehrssicherungspflicht, die dadurch entstehenden Vorteile wiegen jedoch schwerer:
- Auffälliges Unterkunftsverzeichnis und Kartenmaterial, das auf Trippstadt hinweist (Synergien).
- Vermarktung von Trippstadt. Zum Motorradfahrertreffpunkt, kreuzen dort die pfälzischen Hauptwanderwegerouten und die Mountainbikestrecken.
- Parkplatzbewirtschaftung.
- Pavillon mit regionalen Produkten und Verkaufsangeboten auf dem Parkplatz (Ausschank) in Abstimmung mit dem Haus der Nachhaltigkeit.
- Qualitative Angebote für Motorradfahrer (Zubehörmessen, Events für Biker) Gebühren.
- Sicherheit, dass der Parkplatz nicht in falsche Hände fällt.
Wichtig!!! Die „Marke“ Johanniskreuz muss erhalten bleiben. Trippstadt kann sich dadurch dort als „Untermarke“ deutlich besser verkaufen.
Die Gemeinde soll das Vorkaufsrecht in Anspruch nehmen und den Parkplatz übernehmen. Anschließend muss ein Konzept in Anlehnung an die Vorschläge der AG erstellt werden.
Karlstal/Amseldell
Wichtig ist über das Tal zu informieren (Marketing) und die Attraktionen zu inszenieren (Inszenierung). Der Eisenhüttenweg muss aufgewertet werden. Der „Ist-Zustand“ an der Amseldell muss verbessert werden.
In der Karlstalschlucht sollte an den Wegen nichts verändert werden. Die Eingänge zur Schlucht müssen deutlicher gemacht werden (v.a. bei der Klugschen Mühle). Der Talweg (ab Fischzucht) müsste angehoben werden, um für Wanderer ideal zu sein.
Dort ist sowohl ein Irrgarten, als auch ein Wildholzpavillion denkbar. Konzerten an der Amseldell steht prinzipiell nichts im Wege (Terrassierung wäre gut, Akustik o.k.).
Der Einsatz neuer Medien (z.B. MP3) soll geprüft werden. Das Projekt der AG kann im Rahmen von Leader+ eingeordnet und beantragt werden.
Historischer Trippstadter Wasserweg
Die Geschichte des Wassers in Trippstadt soll zur Geltung gebracht werden.
- Jeder vorhandene Brunnen wird mit einem Brunnenschacht ausgestattet,damit Wasser läuft (kein Trinkwasser)
- Das Wasserreservoirs (Petry) wird sichtbar gemacht (Plexiglasscheibe, Beleuchtung, Wasser müsste regelmäßig nachgefüllt werden)
- Freilegung eines Stücks noch vorhandener Wasserleitung zur Ansicht
- Brunnen, Stollen, Reservoir, altes Pumpwerk Oberhammer und Teile der Leitung könnten Bestandteil des „historischen Trippstadt Wasserwegs“ werden Das Pumpwerk sollte für Touristen zugänglich sein (u.U. Installation einer neuen Turbine zur Stromerzeugung, Darstellung „Trippstadt und Wasser“)
- Ausführliche Beschilderung des „Wasserwegs“
Das Projekt der AG kann im Rahmen von Leader+ eingeordnet und beantragt werden.
Optimierung der Wanderwege
Der „Schilderwald“ muss weg: Bündelung der Markierungen am richtigen Ort. Es sollen keine neuen Wanderwege ausgewiesen, eher sollen bestehende Auszeichnungen verschwinden.
Die wenigsten Wanderer haben eine Wanderkarte oder können diese lesen! Zu beachten: der Wanderer will ca. alle 300-400m ein Schild haben. Besucher sollen an besondere Orte, insbesondere im Karlstal, hingeführt werden. Grundvoraussetzungen: (Sicherheit des Wanderers, „schöne“ Wege, Aussichtspunkte, Einkehrmöglichkeit/en)
- Trennung der Wege in zwei „Produkte“: Wanderwege (eher naturbelassen) und Spazierwege (eher breit und eben)
- Flächendeckende Wegweiser beider Ortsgemeinden (Trippstadt und Elmstein). Keine Verwendung absolut neuen Zeichen / Anlehnung an die alten Zahlen
- „Pfade der Nachhaltigkeit“
- Anknüpfen an die Ideen/ Projekte/Stehgreife der TU Kaiserslautern
- Verwechslungsgefahr vermeiden Anknüpfungspunkte von Wegen anderer Gemeinden vermeiden
- neue Wanderkarte Trippstadt
- Neufestlegung der örtlichen Wege. Alte Wege ablaufen und bewerten, neue Wege suchen.
- Die Wege des Pfälzerwaldvereins bleiben unangetastet
Nachbarschaftshilfe
Aufbau einer Nachbarschaftshilfe für Trippstadt. Bei einer Nachbarschaftshilfe geht es um eine gegenseitige Form der Hilfe und Unterstützung unter den Trippstadtern. Eine Nachbarschaftshilfe bezieht dabei alle Alterstufen ein, angefangen von den Jugendlichen bis hin zu den Senioren. Es soll dabei nicht um handwerkliche Tätigkeiten oder sonstige professionelle Dienstleistungen gehen, sondern vielmehr um kleinere Tätigkeiten wie Begleitung zum Arzt, Apotheke, zu Veranstaltungen, zu Behörden, Einkaufen, Kochen, kleine Haushaltshilfen, Wäschepflege, Wohnung reinigen, Straße kehren, Spazierengehen, Unterhaltung, Vorlesen, Besuche, Schreibarbeiten, kleine handwerkliche Hilfen, Haus hüten, Blumen gießen, kleine Gartenarbeiten, Tierbetreuung und Babysitting.
Ein Fragebogen wurde an alle Haushalte in Trippstadt verteilt. Ergebnis ist, dass sich ein Stamm von Helfern gefunden hat und es bereits Anfragen für Unterstützung gibt.
Spielleitplanung
Bei der Kinder- und Jugendbeteiligung wurde frühzeitig erkannt, dass eine Spielleitplanung (mit Generationenbezug) intensiver durchgeführt werden kann, als die Beteiligung der Kinder und Jugendlichen in der Dorfmoderation. Der Gemeinderat beschloss deshalb die Durchführung einer Spielleitplanung für Kinder, Jugendliche und Senioren.
Mit dem Projekt wurde am 23. April begonnen, nachdem das Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz und das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur Rheinland-Pfalz die Maßnahme und die Zuschüsse genehmigt hatte. Zurzeit finden die Bestandsaufnahmen mit den Kindern, Jugendlichen und Senioren statt. Bis 2009 soll der Spielleitplan mit den Kindern, Jugendlichen und Senioren aufgestellt werden.